Wir führen jeden Tag rund um die Uhr Selbstgespräche, in denen wir über anstehende Aufgaben nachdenken, Erlebtes reflektieren oder einfach über verschiedenste Themen philosophieren. Wir sind also die Person, mit der wir am meisten kommunizieren. Das bedeutet im Gegenzug auch, dass wir uns immer zuhören und für uns da sind. Jedoch ist das, was wir von uns selbst über uns selbst hören, oft gar nicht so schön…und wir sind uns gar nicht darüber bewusst, wie wir eigentlich mit uns selbst reden. Denn wir sind nicht nur immer für uns selbst da – wir sind auch unser eigener, grösster Kritiker. Dabei sollten wir uns die Frage stellen, ob die Glaubenssätze und die Geschichten, die wir uns so erzählen, überhaupt hilfreich sind, oder ob sie nicht eher nur dazu dienen, uns selbst klein zu machen.

Wenn zum Beispiel bei einem Workshop etwas nicht so gelaufen ist, wie ich es wollte, kann es vorkommen, dass ich mir selbst sage: „Du bist einfach nicht gut genug“. Das ist sehr schade, eigentlich sollte doch gerade ich selbst mein grösster Cheerleader sein und mir Mut zusprechen. Schöner wären doch Gedanken wie „Das nächste Mal machst du das besser“ oder „Das war einfach Pech. Kann mal passieren.“ Und genau an dieser Stelle springt uns unser Helfer in der Not zur Seite: die eigene Resilienz.

Wieso sind wir so masochistisch veranlagt, sind unser eigener grösster Feind? Behandeln uns selbst so schlecht, wenn wir es doch sind, die den grössten Einfluss auf unseren Gemütszustand haben…Wieso vergiften wir uns so? Die negativen Suggestionen kommen von aussen doch genug – in der Werbung heisst es, wir müssen schlanker werden, in Songs wird unsere Gesellschaft und damit jeder einzelne von uns kritisiert, es werden Klischees gestreut und Vorurteile gebildet…also genug Optionen für uns alle, Negativität aufzunehmen. Wieso dann noch selbst schlecht über uns denken? Wir haben es selbst in der Hand wie wir uns fühlen – und wir entscheiden uns für Selbstkritik.

Dabei machen es uns die meisten Filme doch so schön vor: Erst muss der Protagonist sich selbst, sein wahres Ich und seine wahren Gefühle finden. Er muss erkennen, wer er wirklich ist und sich auch so akzeptieren, seine Fähigkeiten annehmen und Kraft sammeln. Erst dann ist er dazu in der Lage, die Welt zu retten und den Kampf (und meistens auch das Mädchen seiner Träume 😉) für sich zu gewinnen und ein Happy End zu erhalten.

Wir dürfen uns also ab und zu auch gerne mal selbst auf die Schulter klopfen, uns loben, wenn wir etwas gut gemacht haben, und damit auch unser Selbstwertgefühl steigern. Denn ein gutes Selbstbild hat auch einen Einfluss auf unseren Gegenüber: selbstsichere Menschen kommen deutlich positiver an. Und um diese Selbstsicherheit zu erreichen, ist Selbstliebe und ein guter Umgang mit der eigenen Person der erste Schritt. Im Zuge dessen ist ein positives Selbstbild auch ein wesentlicher Bestandteil von Resilienz und Achtsamkeit, und im weiteren Sinne auch ein Schlüsselfaktor für Erfolg, sowohl im privaten, als auch im beruflichen Sinne.